Die Frage kommt fast immer, sobald es ums Geld geht. Weil im Netz noch Ratgeber zu Programmen stehen, die es längst nicht mehr gibt, habe ich den aktuellen Stand für Niedersachsen einmal sauber aufgeschrieben.
Irgendwann kommt die Frage. Meistens genau dann, wenn es ums Geld geht: Gibt es dafür nicht eine Förderung?
Die kurze Antwort: Nein. Nicht für eine normale Website, nicht in Niedersachsen, nicht 2026. Und die längere Antwort ist unangenehmer, weil sie erklärt, warum das Warten darauf dich mehr kostet als die Website selbst.

Gibt es den Digitalbonus Niedersachsen noch?
Nein. Das Programm, an das die meisten denken, heißt Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ. Bis zu 35 Prozent Zuschuss für kleine Unternehmen, beantragt über die NBank.
Die Richtlinie ist mit Ablauf des 31.12.2025 außer Kraft getreten. Die NBank führt das Programm mittlerweile unter „Ausgelaufene Förderungen", und auf der Seite steht ohne Umschweife: eine Antragstellung ist nach diesem Datum nicht mehr möglich.
Ein Nachfolgeprogramm ist bis heute nicht ausgeschrieben. Es gibt Gerüchte, es gibt Beratungsangebote, es gibt keine Richtlinie, unter der du einen Antrag stellen könntest.
Das ist seit sieben Monaten so. Ich schreibe es deshalb so deutlich, weil in dieser Zeit einige Betriebe gewartet haben – auf etwas, das es nicht mehr gab.
Wäre deine Website überhaupt förderfähig gewesen?
Jetzt der Teil, den fast niemand erzählt: Selbst als es den Digitalbonus noch gab, wäre deine Website nicht förderfähig gewesen. Nicht wegen eines Formfehlers, sondern weil das Programm nie dafür gedacht war.
Drei Punkte aus den Förderbedingungen, die das ziemlich eindeutig machen:
Online-Marketing-Maßnahmen waren ausdrücklich ausgeschlossen. Sie standen wörtlich auf der Liste dessen, was nicht gefördert wird – zusammen mit Beratungsleistungen, Schulungen und Kosten des laufenden Betriebs.
IKT-Grundausstattung war ausgeschlossen. Also alles, was zum normalen Standard eines Betriebs gehört. Eine Website gehört 2026 zum Standard.
Es musste „innovativ" sein. Und zwar in einem Sinn, den die NBank sehr direkt formuliert hat: Investitionen, die lediglich dazu dienen, den bereits verbreiteten Stand der Digitalisierung zu erreichen, sind nicht innovativ und grundsätzlich nicht förderfähig. Als Beispiele für förderfähige Projekte standen dort Dinge wie digitale Zwillinge, 3D-Druck, VR/AR und Robotik. Nicht: eine Seite, auf der man deine Telefonnummer findet.
Dazu kommt die Rechnung, die viele nie machen. Der Mindestzuschuss lag bei 3.000 Euro, die Förderquote für kleine Unternehmen bei maximal 35 Prozent. Rückwärts gerechnet: Dein Projekt hätte bei rund 8.600 Euro liegen müssen, um überhaupt in die Nähe der Untergrenze zu kommen. Eine Website für einen kleinen Betrieb liegt bei einem Bruchteil davon – meine tatsächlichen Preise stehen hier.

Und auf Bundesebene?
Dasselbe Bild, nur älter. go-digital wurde Ende 2024 beendet. Digital Jetzt ist seit Ende 2023 eingestellt. Beide tauchen in Ratgeber-Artikeln immer noch auf, weil die niemand aktualisiert – nicht, weil es sie noch gibt.
Was tatsächlich noch läuft, ist die BAFA-Förderung für Unternehmensberatungen. Die läuft nach aktuellem Stand bis zum 31.12.2026 und übernimmt in Westdeutschland 50 Prozent der Beratungskosten, maximal 1.750 Euro. IT-Beratung, Digitalisierungsstrategie und IT-Sicherheit sind ausdrücklich förderfähige Themen.
Ehrlich dazu: Das ist eine Beratungsförderung. Sie zahlt jemanden, der dir sagt, was du tun solltest – nicht denjenigen, der es dann baut. Für manche Betriebe ergibt das Sinn. Für die meisten kleinen Betriebe, die einfach eine Website brauchen, ist es ein Umweg mit Antragsformular.
Was kostet das Warten?
Das Unangenehme an Förderanträgen ist nicht der Papierkram. Es ist die Regel, dass der Antrag vor Projektbeginn gestellt sein muss. Wer auf Förderung hofft, darf also nicht anfangen. Und wartet.
Rechne das mal in echten Kosten: Wer im Januar angefangen hat zu warten, hat inzwischen sieben Monate ohne Website hinter sich. Sieben Monate, in denen Leute nach seinem Gewerk gesucht und jemand anderen gefunden haben. Der Zuschuss, auf den er gewartet hat, existiert nicht – die entgangenen Anfragen schon.
Und das Warten endet ja nicht mit der Bewilligung. Selbst wenn es ein Nachfolgeprogramm gäbe: Antrag stellen, auf den Bescheid warten, dann erst starten. Zwischen „ich hätte gern eine Website" und „meine Website ist online" lägen realistisch Monate statt Wochen – bei einem Zuschuss, der bei einem Projekt dieser Größe ohnehin nicht greift.
Das ist keine Panikmache. Das ist einfach die Rechnung.
Was stattdessen geht
Hier ist der Punkt, an dem es konstruktiv wird. Eine Website für einen kleinen Betrieb ist kein Projekt, für das man Fördermittel braucht. Sie ist ein Projekt, das man klein anfangen kann.
Meine Einstiegs-Website liegt bei 490 Euro. Einmalig, Festpreis. Dazu Hosting: 15 Euro im Monat ohne eigene Domain, 25 Euro mit Domain und E-Mail-Postfach. Das ist kein Sonderangebot und keine abgespeckte Version – es ist eine Seite, die funktioniert: mobil bedienbar, Telefonnummer sofort sichtbar, rechtlich sauber, auffindbar für Leute aus deiner Region.
Und dann darf sie wachsen. Wenn in einem Jahr mehr Leistungen dazukommen, kommen sie dazu. Wenn du Bilder von echten Projekten hast, kommen die rein. Wenn du irgendwann merkst, dass du dich nicht selbst um Updates kümmern willst, gibt es ein Wartungspaket für 50 Euro im Monat. Muss aber nicht.
Ich mache das bewusst so herum: klein anfangen, dann erweitern, wenn es sich für dich lohnt. Nicht ein großes Paket verkaufen und hoffen, dass du es brauchst.
Wer an dieser Stelle über einen Baukasten nachdenkt, findet den ehrlichen Vergleich hier: Wix, IONOS & Co. vs. Webdesigner. Was genau in meinen Paketen steckt, steht unter Web & Hosting.

Warum ich das so deutlich schreibe
Ich arbeite gern mit jungen und kleinen Betrieben. Nicht, weil da die großen Aufträge liegen – da liegen sie nicht –, sondern weil man am Anfang mit wenig Geld viel bewegen kann. Eine solide erste Website verändert für einen Zwei-Mann-Betrieb mehr als ein Relaunch für eine Firma mit fünfzig Leuten.
Und wenn es läuft, wächst das mit. Manchmal wird aus der ersten Seite nach einem Jahr eine größere. Manchmal bleibt sie, wie sie ist, und ich höre nur alle paar Monate, dass alles gut ist. Beides ist in Ordnung.
Was ich nicht will: dass jemand ein Jahr auf einen Zuschuss wartet, den es nicht gibt, und in der Zwischenzeit nicht gefunden wird.
Kurz zusammengefasst
- Der Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ ist zum 31.12.2025 ausgelaufen, ein Nachfolger ist nicht ausgeschrieben
- Auch vorher waren Online-Marketing-Maßnahmen und IKT-Grundausstattung ausdrücklich von der Förderung ausgeschlossen
- go-digital (Ende 2024) und Digital Jetzt (Ende 2023) sind ebenfalls beendet
- Übrig bleibt die BAFA-Beratungsförderung bis 31.12.2026 – die fördert Beratung, nicht die Umsetzung
- Wer auf Förderung wartet, darf nicht anfangen. Das kostet Monate, in denen dich niemand findet
- Eine erste Website ist kein Projekt, für das man Fördermittel braucht
Wenn du gewartet hast
Dann lass uns nicht über Förderanträge reden, sondern über das Budget, das du tatsächlich hast. Ich sage dir ehrlich, was damit geht – und wenn es diesen Monat nicht passt, dann eben später.
Kurzes Gespräch, kein Angebot in zehn Folge-Mails.
Stand: August 2026. Förderprogramme ändern sich – die Angaben hier stammen aus den offiziellen Seiten der NBank und des BAFA. Bevor du dich auf ein Programm verlässt, prüf den aktuellen Stand dort direkt. Das hier ist keine Förderberatung.