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Alexander Blank auf der Train Street in Hanoi – unterwegs in Südostasien
Persönliches 4 Min. Lesezeit

Sechs Jahre für den falschen Traum – wie ich meinen Weg in die Selbstständigkeit gefunden habe

Wer mit mir arbeitet, arbeitet mit einer Person – dann gehört die Frage dazu, was ich vor der Selbstständigkeit gemacht habe. Hier steht die lange Antwort, inklusive meiner Meinung zu diesem Weg.

Es kann nicht jeder in einem Café vor einem Laptop sitzen und Matcha schlürfen. Das stimmt. Aber was ist, wenn genau das das Traumbild ist – während man 8,5 Stunden am Tag in einer großen Lagerhalle steht und Gabelstapler fährt?

Ich habe dieses Bild jahrelang mit mir herumgetragen. Und ich habe alles dafür getan, es Wirklichkeit werden zu lassen. Ob das eine gute Idee war, erzähle ich dir hier.

Der Plan: raus aus der Halle, rein ins Büro

Nach meiner Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik war mir eines klar: Das hier ist nicht mein Endpunkt. Ich wollte mehr. Nicht weil die Arbeit schlecht war – sondern weil ich dieses Bild im Kopf hatte. Laptop, Freiheit, Relevanz.

Also habe ich die Abendschule besucht. Eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt gestartet. Abgebrochen – weil ein Jobangebot aus Bremerhaven zu verlockend war. Berufserfahrung gesammelt, neue Projekte mitgenommen, immer weitergemacht. Und dann: duales Studium mit Schwerpunkt Logistikmanagement. Das hat mich endlich hinter den Schreibtisch gebracht.

IT-Unternehmensberater in der Logistikbranche. Davon hatte ich geträumt.

Der Traum – und die Ernüchterung dahinter

50-Stunden-Wochen, junges Team, schöner Laptop, viele Firmenevents, berufliches Reisen. Und ja – ganz viel Matcha. Auf dem Papier: der Traum eines jeden jungen Erwachsenen.

Aber irgendwann kam die Ernüchterung. Schleichend, nicht mit einem Knall.

Der Bezug zu dem, worüber in unzähligen Meetings gesprochen wurde, wurde immer dünner. Wo früher beeindruckende Maschinen in der Halle standen, waren jetzt nur noch Stückzahlen. Aus Logistikprozessen wurden Fehlerquellen. Aus den Menschen vor Ort wurden Kommissionierquoten. Es ging nicht mehr darum, ein anständiges System zu schaffen. Es ging nur noch darum, das letzte Bisschen Rentabilität herauszuquetschen.

Ich saß auf dem richtigen Stuhl – und merkte, dass ich am falschen Tisch war.

Große Versprechen, die der Realität nicht standhalten – dieses Muster begegnet mir heute übrigens wieder: Warum das mit Website-Baukästen oft genauso läuft.

Ich habe gekündigt

Sechs Jahre nach meiner Ausbildung, nach der Abendschule, dem Studium, den langen Pendelstrecken und allem dazwischen: Ich habe alles hingeschmissen.

Niemand hat mir das gesagt – aber ich konnte die Blicke aus meinem Umfeld sehen. Die Mischung aus Sorge und Unverständnis. Geld hier, Sicherheit da. Wie soll das jetzt weitergehen?

Ich wusste es selbst nicht. Und genau das war für mich Grund genug, es herauszufinden. Meine Rollen und Verpflichtungen kurz zuhause zu lassen – und gemeinsam mit meiner Partnerin für eine unbestimmte Zeit nach Südostasien zu reisen.

Wir hatten genug gespart, um uns keine Sorgen machen zu müssen. Und trotzdem haben wir uns ständig die Herausforderung gesucht, mit so wenig wie möglich auszukommen. Nicht aus Zwang – sondern weil wir herausfinden wollten, was uns wirklich wichtig ist. Was uns zuhause angetrieben hatte. Und was uns bloß abgelenkt hatte.

Hier in Thailand kann man selbst mit wenig Geld leben wie ein König. Aber wir haben schnell gemerkt: Das ist gar nichts für uns. Wir wollen etwas beitragen. Wir wollen Teil einer Gesellschaft sein, in der man sich kennt und sich gegenseitig hilft.

Was sieben Monate unterwegs wirklich bringen

Das klingt vielleicht romantisch. War es manchmal auch. Aber es war vor allem eins: ehrlich.

Wenn man die gewohnten Strukturen wegnimmt – den Job, die Wohnung, den Alltag – dann bleibt irgendwann nur noch das übrig, was man wirklich ist. Was man wirklich kann. Und was man wirklich will.

Für mich war das die Erkenntnis, dass ich Systeme mag. Ich mag es, Dinge effizienter zu machen, Zusammenhänge zu verstehen und Menschen dabei zu helfen, sich weniger im Kleinkram zu verlieren. Das habe ich im Logistikjob auch gemacht – nur für die Falschen und mit den falschen Mitteln.

Der Neustart – und warum KI dabei keine Nebensache ist

Sieben Monate später sind wir nach Hause gekommen. Haben alle überrascht, kurz das Wiedersehen genossen – und uns dann an die Arbeit gemacht.

Meine Partnerin möchte dabei helfen, das Wohnen wieder lebenswert zu machen. Ich möchte meine Expertise nutzen, um kleinen und mittleren Unternehmen in der Umgebung zu mehr Sichtbarkeit und weniger digitalem Stress zu verhelfen.

Webdesign, digitale Prozesse, KI-Tools – das sind keine Buzzwords für mich. Das sind Werkzeuge, die ich selbst täglich nutze und die ich verstehe. Und die für viele Selbstständige und Kleinunternehmer immer noch eine Blackbox sind. Nicht weil sie zu kompliziert wären – sondern weil bisher niemand die Zeit hatte, sie verständlich zu erklären.

Genau das will ich ändern.


Wenn du selbst ein kleines Unternehmen führst und das Gefühl hast, dass du digital irgendwo steckengeblieben bist – schreib mir. Kein Verkaufsgespräch, kein Formular, das du ausfüllst und nie wieder hörst. Einfach ein ehrliches Gespräch darüber, wo du stehst und ob ich helfen kann.

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